Weg­wei­ser zur Inklu­sion in Kindertagesstätten

Beratungsstelle: Kinderzentrum für Inklusion

Die UN-Behindertenrechtskonvention for­derte im Jahr 2006 Inklu­sion als gleich­be­rech­tigte Teil­habe aller Men­schen am gesell­schaft­li­chen Leben. Die Ver­tre­ter Deutsch­lands haben die­ses Über­ein­kom­men 2009 ratifiziert.

Inklu­sion ist ein Men­schen­recht und beinhal­tet u.a. glei­ches Recht auf Bil­dung und Erzie­hung für alle Menschen.

Durch das 9. Schul­rechts­än­de­rungs­ge­setz von 2013 und durch ent­spre­chende Vor­schrif­ten im Kin­der­bil­dungs­ge­setzt (KiBiz) hat jedes Kind das gesetz­li­che Recht auf inklu­sive Bil­dung und Erzie­hung im Schul– und Vorschulbereich.

Für die Umset­zung in den Kin­der­ta­ges­stät­ten gibt es aller­dings weder kon­krete Vor­schrif­ten noch ein Patent­re­zept und ein Groß­teil des Erfol­ges hängt von den Akteu­ren vor Ort ab.

Hier geht es vor allem um die grund­sätz­li­che Hal­tung zur Inklu­sion. Posi­tiv ist hier anzu­mer­ken, dass die Pädagog*innen in den Ein­rich­tun­gen nun nicht mehr alleine, son­dern in ein Team mit Therapeut*innen, Psycholog*innen, Eltern und ande­ren Fach­kräf­ten ein­ge­bun­den sind.

Alle betei­li­gen sich nun an der Res­sour­cen­fin­dung für den päd­ago­gi­schen All­tag, dazu kom­men die Exper­ten in den All­tag der Kinder.

Kon­krete Verfahrensschritte

Wel­che kon­kre­ten Ver­fah­rens­schritte sind not­wen­dig, wenn die Auf­nahme von Kin­dern mit (dro­hen­der) Behin­de­rung erfol­gen soll bzw. wenn Kin­der mit (dro­hen­der) Behin­de­rung schon in der Ein­rich­tung sind und diese adäquat geför­dert wer­den sollen?

Mit einer adäqua­ten För­de­rung des Kin­des schafft man einen Teil der Grund­la­gen zur funk­tio­nie­ren­den Inklu­sion in den Ein­rich­tun­gen. Hierzu benö­tigt man finan­zi­elle Mit­tel um Per­so­nal, Hilfs­mit­tel, räum­li­che Ver­än­de­run­gen und Fort­bil­dun­gen auf den Weg zu bringen.

Zunächst ist die Fest­stel­lung des ört­li­chen Sozi­al­hil­fe­trä­gers (Jugend­amt), dass das Kind zur Per­so­nen­gruppe nach §53 SGB XII gehört (siehe Geset­zes­text im Anhang), nötig.

Eine wei­tere, wenn nicht die wich­tigste Grund­lage bzw. Vor­aus­set­zung für den Weg zur gelin­gen­den Inklu­sion ist die Über­prü­fung der Hal­tung der Mitarbeiter*innen in den Kin­der­ta­ges­stät­ten und die Für­sorge betref­fend Ihrer Fort­bil­dung zum Thema Inklusion.

Es gibt zwei unter­schied­li­che Fälle, die zu beach­ten sind:

  1. Ein Kind mit bekann­tem För­der­be­darf / einer Behin­de­rung ist in der Kita angemeldet
  2. Ein Kind in der Kita wird auffällig
  1. Ein Kind mit bekann­tem För­der­be­darf / Behin­de­rung ist in der Kita angemeldet

Ers­tes Eltern­ge­spräch mit Abklä­rung des Förderbedarfes

  • Wie kam es zu der Ent­schei­dung für diese Kita
  • Wel­che Erwar­tun­gen haben die Eltern an die Kitamitarbeiter*innen
  • Wie kann die Zusam­men­ar­beit aussehen

Fra­gen zur „Geschichte“ des Kindes

  • Wie ver­lie­fen Schwan­ger­schaft und Geburt
  • Sind Fach­leute schon invol­viert? (Ärzt*innen, Therapeut*innen, Früh­för­der­stel­len usw.)
  • Wel­che För­de­run­gen gibt es schon

Arzt­be­richte und För­der­pläne erfragen

  • Ent­bin­dung der Schwei­ge­pflicht für alle betei­lig­ten Stel­len durch die Eltern

Ken­nen­ler­nen des Kin­des und der Familie

  • Haus­be­such, The­ra­pie­be­ob­ach­tung, „Run­der Tisch“
  • Wie ist das „Handling“
  • Gibt es Hilfsmittel
  • Berichte und/oder För­der­pläne lesen

Gesam­melte Infor­ma­tio­nen über das Kind an das gesamte Team der Kita weitergeben

  • Hal­tung, Kenn­nisse und Ängste wahrnehmen

 

Ent­schei­dung zur Auf­nahme / Ablehnung

Bei der Ent­schei­dung, das Kind auf­zu­neh­men muss ein Dia­log­pro­zess zur inklu­si­ven Hal­tung in allen Gre­mien der Kita statt­fin­den. (Team, Trä­ger, Eltern, Therapeut*innen usw.)

Ableh­nung ist gesetz­lich nicht mög­lich, trotz­dem kann es gute Gründe geben, das Kind nicht auf­neh­men zu können.

Sollte es zur Ableh­nung kom­men, muss ein sehr sen­si­bles, aus­führ­li­ches Eltern­ge­spräch mit dem Ange­bot der Beglei­tung auf der Suche nach einem adäqua­ten Kita­platz stattfinden.

Auf­nahme des Kindes

  • Sind die Eltern bereit einen „Antrag auf Fest­stel­lung der wesent­li­chen Behin­de­rung oder der Bedro­hung durch diese i.S. § 53 SGB XII im Rah­men der Ein­zel­in­klu­sion“ zu stel­len? (So wird beim LVR über den ört­li­chen Sozi­al­hil­fe­trä­ger – Jugend­amt – der Antrag zur 3,5 –fachen Kinds­pau­schale gestellt). Hierzu ist eine ärzt­lich gestellte Dia­gnose nötig.

Nur so kann der För­der­mehr­be­darf des Kin­des in der Ein­rich­tung adäquat auf­ge­fan­gen wer­den. Die Gel­der flie­ßen bei Bewil­li­gung rück­wir­kend ab Datum der Antrag­stel­lung, sodass sofort mit den nöti­gen Ver­än­de­run­gen begon­nen wer­den kann.

Sollte es noch keine ärzt­li­che Dia­gnose geben, ver­ein­ba­ren die Eltern einen Ter­min bei der Kinderärzt*in mit der Bitte um Über­prü­fung der kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung bzw. des Ver­hal­tens des Kin­des. Mit Über­wei­sung der Kinderärzt*in an ein Dia­gno­se­zen­trum (Sozi­al­päd­ia­tri­sches Zen­trum oder Früh­för­der­stelle) ver­ein­ba­ren die Eltern dort einen Ter­min zur wei­te­ren Abklärung.

WICHTIG: Die Eltern auf dem Weg der Dia­gnos­tik „begleiten“

Die Dia­gnos­tik erfolgt an meh­re­ren Ter­mi­nen, ver­schie­dene Fach­rich­tun­gen sind betei­ligt (Physio-und Ergo­the­ra­pie schauen u.a. auf die grob– und fein­mo­to­ri­sche Ent­wick­lung bzw. Wahr­neh­mung; Logo­pä­die unter­sucht die sprach­li­chen Fähig­kei­ten, Psy­cho­lo­gie küm­mert sich u.a. um den geis­ti­gen Ent­wick­lungs­stand und das Ver­hal­ten, Medi­zin unter­sucht den all­ge­mei­nen kör­per­li­chen Ent­wick­lungs­stand des Kin­des). Unter Umstän­den muss dann noch eine spe­zi­fi­sche Fach­gruppe (z.B. Autis­mus –The­ra­pie) hin­zu­ge­zo­gen werden.

Ein Netz­werk zur Unter­stüt­zung wird auf­ge­baut bzw. ein vor­han­de­nes genutzt (Therapeut*innen, Ärzt*innen, Heilpädagog*innen, usw.) um wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Kind und zur Zusam­men­ar­beit zu erhalten.

  • Das Ber­li­ner Modell oder ein ähn­li­ches wird zur Ein­ge­wöh­nung mit den Eltern und Fach­leu­ten auf das jewei­lige Kind abge­stimmt. (Wer muss neben der Bezugs­per­son und Bezugserzieher*in anwe­send sein? Wel­che räum­li­chen Vor­aus­set­zun­gen müs­sen erfüllt sein?…..Welche Hilfs­mit­tel werde benö­tigt? usw.)
  • Infor­ma­tion des gesam­ten Kita– Teams
  • Ergän­zung der päd­ago­gi­schen Konzeption
  • Infor­ma­tion des Elternrates

Even­tu­ell Grup­pen­re­du­zie­rung, dann ist die Antrag­stel­lung zur För­de­rung der Inklu­sion über FInk mög­lich (durch die Kin­der­ta­ges­stätte mit den Eltern beim LVR über den ört­li­chen Sozi­al­hil­fe­trä­ger – Jugendamt(JA);

  • Eltern müs­sen befür­wor­ten und der Ein­zel­in­klu­si­ons­an­trag muss gestellt sein). Diese Pau­schale ist gebun­den an die Finan­zie­rung von Fach­kraft­stun­den. Zur Antrag­stel­lung ist die Förder-und Teil­hab­pla­nung nötig, sie sollte par­al­lel an der LVR und das JA gehen um Frist­ver­säum­nisse aus­zu­schlie­ßen. Die Fris­ten kau­fen ab Antrags­ein­gang beim LVR.
  • Die Eltern kön­nen zusätz­li­che ambu­lante Maß­nah­men (Inklu­si­ons­as­sis­tenz) beantragen

(Die­ser Antrag wird bei der Stadt MG gestellt und …..)

  • Fort­bil­dun­gen des gesam­ten Teams, Infor­ma­tio­nen über Ver­än­de­run­gen auch an alle Eltern weitergeben

Wäh­rend der Auf­nahme und der gesam­ten Kita– Zeit ist eine enge Zusam­men­ar­beit mit allen Betei­lig­ten zwin­gend erfor­der­lich, denn Schwie­rig­kei­ten kön­nen zu jedem Zeit­punkt auftreten.

Was tun, wenn….?

  • Das Kind sei­nen Platz in der Gruppe nicht findet?
  • Das Kind sich anders ent­wi­ckelt als geplant?
  • Die Rah­men­be­din­gun­gen sich ver­än­dern? (Per­so­nal­wech­sel, Krank­heit, Ver­än­de­rung der häus­li­chen Situa­tion, The­ra­peu­ten­wech­sel, behin­de­rungs­spe­zi­fi­sche Pro­bleme, Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung gelingt nicht usw.).
  • Eltern nicht kooperieren?
  • Mitarbeiter*innen nicht kooperieren?
  • Ängste und Vor­be­halte im Team auftauchen?
  • Der Trä­ger nicht kooperiert?
  • Wenn Eltern die Behin­de­rung oder Auf­fäl­lig­keit im Ver­hal­ten nicht „sehen“ können?
  • Wenn die Kinderärzt*in nicht kooperiert?
  • …..

Es gibt weder kon­krete Vor­schrif­ten noch ein Patent­re­zept. Jedes Kind ist anders, jede Fami­lie lebt das Zusam­men­sein anders und es ist nicht die Auf­gabe der Kin­der­ta­ges­stätte zu bewer­ten, was gut oder schlecht ist. Es kommt dar­auf an, die Kin­der, Eltern, Mitarbeiter*innen und alle Betei­lig­ten da abzu­ho­len, wo sie ste­hen, Gren­zen zu set­zen und zu respek­tie­ren. Wege auf­zu­zei­gen, Ange­bote zu machen, das Wohl aller im Blick zu behal­ten, ohne den Anspruch, dass genau diese Wege gegan­gen und diese Ange­bote ange­nom­men werden.

Früh­zei­tige Kom­mu­ni­ka­tion, Anspre­chen der Schwie­rig­kei­ten, klare For­mu­lie­rung von Gren­zen und Zustän­dig­kei­ten, Suche nach fach­li­cher Unter­stüt­zung sind die Mit­tel der Wahl.

Für die Mitarbeiter*innen in der Kin­der­ta­ges­stätte bedeu­tet das:

  • Über­prü­fung der Hal­tung des Trä­gers zur Inklusion
  • Über­prü­fung der Hal­tung des Teams zur Inklusion
  • Hin­zu­zie­hen von exter­nen Inklusionsberater*innen
  • Über­prü­fung der räum­li­chen und per­so­nel­len Rah­men­be­din­gun­gen (Hal­tung zu Ver­än­de­rung, Hal­tung zu Inklusion)
  • Über­prü­fung der Konzeption
  • Über­prü­fung der Koope­ra­tion der Eltern und Therapeut*innen
  • Früh­zei­tig Gren­zen erken­nen und kommunizieren
  • Alle Betei­lig­ten ins Boot holen
  • ……
  1. Ein Kind in der Kita wird auffällig

  • Wahr­neh­mung einer Auf­fäl­lig­keit durch eine Mitarbeiter*in
  • Ver­mu­tung / Fest­stel­lung des erhöh­ten Förderbedarfs

Aus­tausch mit Kolleg*innen

  • Unter­stüt­zung durch Fach­leute holen (z.B. Bera­tungs­stelle für Inklusion)

Fest­stel­lung von För­der­be­darf durch die Früh­för­der­stelle, SPZ oder Kinderärzt*in

Eltern­ge­spräch zu den Beob­ach­tun­gen (u.U. mit Unter­stüt­zung der Beratungsstelle)

WICHTIG: Das erste Gespräch zu den Auf­fäl­lig­kei­ten muss umso sen­si­bler, empa­thi­scher und aus­führ­li­cher sein, je weni­ger die Eltern die Auf­fäl­lig­kei­ten ihres Kin­des sehen kön­nen!!! Das Kind hat ein RECHT auf För­de­rung. (Man hat nur eine erste Chance. Wenn die Tür zu ist, ist es immer schwieriger. )

Ent­bin­dung der Schweigepflicht

  • Ent­bin­dung der Schwei­ge­pflicht für alle betei­lig­ten Stellen

Beob­ach­tungs­bo­gen für die Kinderärzt*in aus­fül­len und den Eltern mitgeben

  • Hier wer­den die bemerk­ten Auf­fäl­lig­kei­ten in der Kin­der­ta­ges­stätte doku­men­tiert und der Kinderärzt*in mit der Bitte zur Über­prü­fung weitergeleitet

Eltern­ge­spräch zu den Beob­ach­tun­gen im häus­li­chen Umfeld

  • Bemer­ken die Eltern auch ein auf­fäl­li­ges Verhalten?
  • Wie gehen die Eltern damit um?
  • Haus­be­such
  • Hos­pi­ta­tion der Eltern in der Kin­der­ta­ges­stätte bzw. Video­auf­zeich­nun­gen nutzen

Dia­gnos­tik

  • Der erste Schritt: Ter­min bei der Kinderärzt*in ( Beob­ach­tungs­bo­gen der Kin­der­ta­ges­stätte als Grund­lage) mit der Bitte der Über­prü­fung der Ent­wick­lung bzw. des Ver­hal­tens des Kin­des und Über­wei­sung an Dia­gno­se­zen­tren (Sozi­al­päd­ia­tri­sche Zen­tren – SPZ oder Früh­för­der­stel­len) zur wei­te­ren Abklärung.
  • WICHTIG: Die Eltern auf dem Weg der Dia­gnos­tik „begleiten“
  • Die Dia­gno­se­stel­lung erfolgt an meh­re­ren Ter­mi­nen, ver­schie­dene Fach­rich­tun­gen sind betei­ligt ( Phy­sio– und Ergo­the­ra­pie; Logo­pä­die; Psy­cho­lo­gie usw.)
  • Schwei­ge­pflich­t­ent­bin­dung für alle neuen Beteiligten

Dia­gnose ist erstellt

  • Eltern­ge­spräch zur Dia­gnose mit der Bitte, Arzt– und The­ra­peu­ten­be­richte an die Lei­tung und Grup­pen­lei­tung weiterzuleiten.

WICHTIG: Abklä­rung, ob Eltern die Dia­gnose ver­stan­den haben und akzep­tie­ren kön­nen. Eltern auf dem Weg der Kri­sen­ver­ar­bei­tung beglei­ten und ggf. an geeig­nete Fach­leute vermitteln

  • Eigene Fra­gen im Eltern­ge­spräch, soweit mög­lich, klären.
  • Sind die Eltern bereit einen „Antrag auf Fest­stel­lung der wesent­li­chen Behin­de­rung oder der Bedro­hung durch diese i.S. § 53 SGB XII im Rah­men der Ein­zel­in­klu­sion“ zu stel­len? (So wird beim LVR über den ört­li­chen Sozi­al­hil­fe­trä­ger – Jugend­amt – der Antrag zur 3,5 –fachen Kinds­pau­schale gestellt). Hierzu ist eine gestellt Dia­gnose nötig.

Nur so kann der För­der­mehr­be­darf des Kin­des in der Ein­rich­tung adäquat auf­ge­fan­gen wer­den. Die Gel­der flie­ßen bei Bewil­li­gung rück­wir­kend ab Datum der Antrag­stel­lung, sodass sofort mit den nöti­gen Ver­än­de­run­gen begon­nen wer­den kann.

  • Ent­schei­dung von Sei­ten der Kin­der­ta­ges­stätte: Kann das Kind in der Kin­der­ta­ges­stätte adäquat geför­dert wer­den oder müs­sen die Eltern eine andere Ein­rich­tung suchen?
  • Ange­strebt wer­den sollte immer der Ver­bleib des Kin­des in der Ein­rich­tung, da meist die Ein­ge­wöh­nung schon abge­schlos­sen ist und das Kind sich in der Ein­rich­tung wohlfühlt.
  • Bei der Ent­schei­dung für eine andere Ein­rich­tung (Aus­nahme): Beglei­tung der Eltern auf der Suche
  • Bei Ver­bleib des Kin­des in der Ein­rich­tung ist die Fest­stel­lung zur Ver­än­de­rung von Rah­men­be­din­gun­gen nötig. Hierzu müs­sen erst Lei­tung und Grup­pen­lei­tung, dann das Gesamt­team, Trä­ger, Eltern, The­ra­peu­ten und auch der Eltern­rat mit­ein­an­der spre­chen bzw. infor­miert werden.
  • Fort­bil­dung des gesam­ten Teams muss gewähr­leis­tet wer­den. Schu­lung bei medi­zi­ni­schen Pro­ble­men muss erfol­gen (Medi­ka­men­ten­gabe, Not­fall­ver­sor­gung usw.)
  • Netz­wer­kauf­bau

Koope­ra­tio­nen schaffen

  • Eltern stel­len beim Jugend­amt und beim ört­li­cher Sozi­al­hil­fe­trä­ger den Antrag i.S. §53 SGB XII im Rah­men der Einzelinklusion
  • Infor­ma­tion des gesam­ten Kita –Teams
  • Infor­ma­tion des Elternrates
  • Ergän­zung der päd­ago­gi­schen Konzeption
  • Even­tu­ell Grup­pen­re­du­zie­rung, dann ist die Antrag­stel­lung zur För­de­rung der Inklu­sion – FInk mög­lich (durch Kita mit den Eltern beim LVR über ört­li­chen Sozi­al­hil­fe­trä­ger – Jugend­amt ; Eltern müs­sen befür­wor­ten und der Ein­zel­in­klu­si­ons­an­trag muss gestellt sein). Diese Pau­schale ist gebun­den an die Finan­zie­rung von Fach­kraft­stun­den. Zur Antrag­stel­lung ist die Förder-und Teil­hab­pla­nung nötig, sie sollte par­al­lel an der LVR und das JA gehen um Frist­ver­säum­nisse aus­zu­schlie­ßen. Die Fris­ten kau­fen ab Antrags­ein­gang beim LVR.
  • Die Eltern kön­nen zusätz­li­che ambu­lante Maß­nah­men (Inklu­si­ons­as­sis­tenz) beantragen

     (Die­ser Antrag wird bei der Stadt MG gestellt und …..)

  • Fort­bil­dun­gen des gesam­ten Teams, Infor­ma­tio­nen über Ver­än­de­run­gen auch an alle Eltern weitergeben

Wäh­rend der gesam­ten Kita –Zeit ist eine enge Zusam­men­ar­beit mit allen Betei­lig­ten zwin­gend erfor­der­lich, denn Schwie­rig­kei­ten kön­nen zu jedem Zeit­punkt auftreten.

Was tun, wenn….?

  • Das Kind sei­nen Platz in der Gruppe nicht findet?
  • Das Kind sich anders ent­wi­ckelt als geplant?
  • Die Rah­men­be­din­gun­gen sich ver­än­dern? (Per­so­nal­wech­sel, Krank­heit, Ver­än­de­rung der häus­li­chen Situa­tion, The­ra­peu­ten­wech­sel, behin­de­rungs­spe­zi­fi­sche Pro­bleme, Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung gelingt nicht usw.)
  • Eltern nicht kooperieren?
  • Mitarbeiter*innen nicht kooperieren?
  • Ängste und Vor­be­halte im Team auftauchen?
  • Der Trä­ger nicht kooperiert?
  • Wenn Eltern die Behin­de­rung oder Auf­fäl­lig­keit im Ver­hal­ten nicht „sehen“ können?
  • Wenn die Kinderärzt*in nicht kooperiert?
  • …..

Es gibt weder kon­krete Vor­schrif­ten noch ein Patent­re­zept. Jedes Kind ist anders, jede Fami­lie lebt das Zusam­men­sein anders und es ist nicht die Auf­gabe der Kin­der­ta­ges­stätte zu bewer­ten, was gut oder schlecht ist. Es kommt dar­auf an, die Kin­der, Eltern, Mitarbeiter*innen und alle Betei­lig­ten da abzu­ho­len, wo sie ste­hen, Gren­zen zu set­zen und zu respek­tie­ren. Wege auf­zu­zei­gen, Ange­bote zu machen, das Wohl aller im Blick zu behal­ten, ohne den Anspruch, dass genau diese Wege gegan­gen und diese Ange­bote ange­nom­men werden.

Früh­zei­tige Kom­mu­ni­ka­tion, Anspre­chen der Schwie­rig­kei­ten, klare For­mu­lie­rung von Gren­zen und Zustän­dig­kei­ten, Suche nach fach­li­cher Unter­stüt­zung sind die Mit­tel der Wahl.

Für die Mitarbeiter*innen in der Kin­der­ta­ges­stätte bedeu­tet das:

  • Über­prü­fung der Hal­tung des Trä­gers zur Inklusion
  • Über­prü­fung der Hal­tung des Teams zur Inklusion
  • Hin­zu­zie­hen von exter­nen Inklusionsberatern
  • Über­prü­fung der räum­li­chen und per­so­nel­len Rah­men­be­din­gun­gen (Hal­tung zu Ver­än­de­rung, Hal­tung zu Inklusion)
  • Über­prü­fung der Konzeption
  • Über­prü­fung der Koope­ra­tion der Eltern und Therapeuten
  • Früh­zei­tig Gren­zen erken­nen und kommunizieren
  • Alle Betei­lig­ten ins Boot holen
  • ……

Wenn Sie noch Fra­gen haben, wen­den Sie sich an unsere Bera­tungs­stelle, Kin­der­zen­trum für Inklusion.


Kon­takt

Foto von Dagmar Pohl      Dag­mar Pohl
Foto von  Susanne Wilms Susanne Wilms
 
 
Tel.      0 21 61/49 521–0
Fax     0 21 61/49 521–16
E-Mail

Die Bera­tungs­stelle: Kin­der­zen­trum für Inklu­sion wird geför­dert von

Logo Wohlfahrt und Aktion Mensch